Kirchenaustritt wegen "Gesinnungsschnüffelei"

Prof. Wulf Bennert, einer der renommiertesten Restauratoren deutscher Kirchen, ist aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Er begründet seinen Austritt auch damit, dass die Kirche einen linkslastigen und islamfreundlichen Kurs eingeschlagen hat. Die evangelische Kirche war ein wesentlicher Teil seines Lebens. Er engagiert sich schon seit DDR-Zeiten in der Kirche, war auch Vorsitzender eines Gemeindekirchenrates. Er ist dafür bekannt, mehrere Hundert Kirchen in ganz Deutschland restauriert zu haben. Seine Firma restaurierte hunderte deutsche Kirchen und setzte u.a. nach 1990 Schloss Neu- schwanstein wieder instand, die Wartburg und das Brandenburger Tor.

 

Kirchensteuern zur Überprüfung der politischen Gesinnung nutzen.   Die EKD – Evangelische Kirche Deutschland – ist eine Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen und vertritt 22,3 Millionen evangelische Christen in 14.412 Kirchengemeinden. Die Synode ist eines der drei Leitungs-organe der EKD und tagte vom 6. bis 9. November in Magdeburg. Die EKD wurde in Magdeburg aufgefordert, die politischen Ansichten in den Kirchengemeinden zu überprüfen – auf Antisemitismus, Homophobie und Islamfeindlichkeit. Prof. Bennert war dies ein letzter Anstoß zum Austritt. Bennert sagt: „Es ist für mich nicht hinnehmbar, dass Kirchensteuern dazu verwendet wurden – und in Zukunft noch umfangreicher verwendet werden sollen –, um die politischen Einstellungen der Gemeindeglieder systematisch zu untersuchen.“ Und es erinnere ihn „in fataler Weise an die Gesinnungsschnüffelei des DDR-Regimes“.

 

Die Kirche verleugnete das Symbol des Kreuzes.   Prof. Bennert will weiterhin kein Mitglied einer Kirche sein, „deren höchster Repräsentant ohne Not das zweitausendjährige, die gesamte Christenheit einigende Symbol des Kreuzes verleugnet“. Dabei bezieht er sich darauf, dass der Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm  (Anmerk. wie sein katholischer Kollege Kardinal Reinhard Marx) bei seiner Israel-Reise im Oktober sein Kreuz beim Besuch des Tempelbergs und der Klagemauer ablegte. Wenn sich die evangelische Kirche wieder auf die Verkündigung des Evangeliums konzentriert, will er gern wieder eintreten, sagte Bennert.

 

Christine Lieberknecht (CDU), ehemalige Ministerpräsidentin von Thüringen, fordert die Kirche auf, über diese Kritik nachzudenken. Sie ist Pastorin und kennt Professor Bennert schon seit über 30 Jahren.Sie mahnt: „Wenn sich ein so engagierter und zu allen Zeiten kritisch fragender Christ an Praktiken der DDR- Führung erinnert fühlt, dann muss das für die Kirche Anlass zu kritischer Selbst-reflexion sein. Denn solche Austritte treffen sie ins Mark.“

(11.12.16- Kathrin Sumpf)

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