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"Die Sparer werden voll getroffen! - 60 Milliarden für Staatsanleihen"  Von Wilfried Scharnagl

Ulrich Netzer, Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, sieht in der durch die hemmungslose Ausgabenpolitik der Europäischen Zentralbank unter ihrem Präsidenten Mario Draghi herbeigeführten Abschaffung des Zinses eine Veränderung der „Sparkultur“ schlechthin. Strukturen, die bisher Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland stabilisiert haben, werden belastet und gefährdet. Richtig sei, so der Sparkassenpräsident, dass die Schuldner - und damit auch die verschuldeten Staaten für welche die EZB-Politik ja gemacht werde - die Gewinner seien. Aber: „Die Nebenwirkungen treffen voll die Sparer.“ Und Netzer zählt die Opfer von Draghis Politik auf: „Betroffen sind alle, die Rücklagen bilden sollen und dabei auf Zinsen angewiesen sind: Versicherungen, Sozialkassen und Rentenkassen, die private wie die betriebliche Altersvorsorge, aber auch die rund 20.000 Stiftungen in Deutschland, die ihre Zinserträge für soziale oder kulturelle Zwecken einsetzen.“

 

Dass sich an der Zinssituation bald etwas ändern könnte, dass also Sparen und Sparbuch für die Deutschen, wie dies über Generationen hin der Fall war, wieder sinnvolle und zweckmäßige Formen der Geldanlage werden könnten, schließt Bayerns Sparkassenpräsident aus. So lange Draghi in den nächsten eineinhalb Jahren Monat für Monat unvorstellbare 60 Milliarden Euro für den Kauf von Staatsanleihen ausgibt, wird der Zins ganz untern bleiben, verschwinden oder sich ins Negative wenden. Auch für die Zeit danach sieht Netzer keine Chance einer großen Änderung.

 

190 Milliarden Zinseinbusen in fünf Jahren - An diese Beseitigung der Sinnhaftigkeit des Sparens ist immer wieder zu erinnern, wenn Draghi und Freunde - vor allem in den hoch verschuldeten und zu echten Reformen nach wie vor unfähigen anderen Eurozonen-Mitgliedern - den Deutschen gönnerhaft bedeuten, dass sie für die Euro-Rettungspolitik bisher ja noch nicht zu zahlen gehabt hätten. Die Wahrheit: Durch die von der EZB betriebene Abschaffung des Zinses haben die deutschen Sparer für die Euro-Rettungspolitik bereits jetzt und mit dramatisch steigender Tendenz viele Milliarden Euro aufgebracht.


Wie viele Milliarden es sind, die von den deutschen Sparern bisher für Draghis Politik geopfert worden sind, hat Michael Stappel, Volkswirt der DZ Bank (Zentral- und Genossenschaftsbank), untersucht. In den letzten fünf Jahren summieren sich die Zinseinbußen auf 190 Milliarden Euro und damit auf 2.300 Euro je Einwohner der Bundesrepublik Deutschland. Die DZ-Bank schlüsselt auf: Die Zinserträge auf den Sparkonten lagen in den vergangenen fünf Jahren um 112 Milliarden Euro niedriger, als wenn sie so verzinst worden wären wie im Durchschnitt der Jahre 1999 bis 2009. Weitere 32 Milliarden gingen durch die niedrigere Verzinsung von Anleihen verloren, 48 Milliarden durch geringere Wertst eigerungen in Versicherungsverträgen.

 

Wer auf Besserung hofft, wird enttäuscht: Diese Einbußen für den deutschen Sparer werden, so die Berechnung, allein im Jahre 2015 einen neuen Rekordwert von 50 Milliarden Euro erreichen.

Medien-Spiegel

 

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