Almabtrieb: Ärgernis oder Attraktion?

Almabtrieb in Krün 2014
Almabtrieb in Krün 2014

Merkur Online v. 22. September 2014

Almabtrieb in Krün: Ein Dorf von seiner schönsten Seite


Miesbacher Merkur am Fr., 26.9.2014:

Am Schliersee - Behinderungen wegen Almabtrieb


Almabtriebe in Schliersee am Sa., 27.9.2014:

13.15 h ca. 10 Rinder mit 5 km Autostau

14.30 h ca. 30 Rinder mit 6 km Autostau


Weitere Almabtriebe in Schliersee am Montag, 29. September und Dienstag, 30. September, jeweils zwischen 11 und 16 Uhr!

 

Schreiben an den Vorsitzenden des Almwirtschaftl. Vereins Oberbayern, Martin Hinterstoißer:

 

Der Almabtrieb hat im Alpenraum und gerade auch in unserem Landkreis Miesbach eine lange Tradition. Er ist ein besonderes Ereignis für den Almbauern und für die Almleut´, wenn sie nach oft tagelanger Arbeit das Almvieh aufkranzn und ins Tal hinuntertreiben. Ja, man hat als Zuschauer oft den Eindruck, dass sogar die Tiere diesen einmaligen Schmuck mit Stolz zu tragen wissen. Ein Almabtrieb ist ein wunderschöner Anblick für uns Einheimische wie für unsere Urlaubsgäste und die Tagesausflügler aus der Region.

 

Was alles andere als schön ist, ist der Ärger, der gleichzeitig bei den übrigen Verkehrsteilnehmern hervorgerufen wird. Besonders ärgerlich bei denen, die kilometerlang hinter der geschmückten Herde im Stau stecken und dabei nicht einmal die Ursache kennen. Für die entgegenkommenden  Autos, Rad- und Motorradfahrer wie auch Fußgänger ist es teils auch gefährlich. Die Ursache ist klar: Die Tiere bewegen sich den ganzen Sommer über völlig frei auf der Weide. Sie sind an eine Einordnung in den allgemeinen Verkehrsbetrieb in keiner Weise mehr gewöhnt.

 

Unsere Almen sind ein Herzstück unserer alpenländischen, bäuerlich geprägten  Kulturlandschaft. Wir sollten alles tun, dass diese Almweiden auch gegen neuzeitliche Strömungen in Zukunft erhalten bleiben. Diese Almweiden sind selbstverständlich auch ein grandioser Anziehungspunkt für Erholungssuchende, für unsere Gäste und Urlauber. Dazu gehört selbstverständlich auch diese wunderschöne Tradition, dass nach einem guten Sommer, bei Glück und Gesundheit in Haus und Stall, diese Freude mit den festlich geschmückten Tieren beim Almabtrieb zum Ausdruck gebracht wird.

 

Heute, Samstag, 28. September 2013, habe ich auf der Strecke Fischhausen-Schliersee in der Zeit von 10.15 h bis 15.30 h nicht weniger als acht (!) voneinander völlig unabhängige Almabtriebe gezählt. In Abständen von einer halben bis zwei Stunden haben größere und auch kleinste Herden das Tal frequentiert. Die Verkehrsstau-Schlangen dabei waren zwischen einem und drei Kilometer lang. Das Hupen teils verängstigter Autofahrer (das Fahrzeug kann ja leicht beschädigt werden) wirkt ja auch nicht unbedingt beruhigend auf die Tiere.

 

Daher heute nochmals mein bereits vor vielen Jahren mehrmals gemachter Vorschlag:Koordination unserer Almabtriebe. D. h. ganz einfach, die Festlegung auf ein oder zwei Termine im September an einem Samstag-Spätvormittag. Der benützte Straßenabschnitt wird je nach Strecke für ca. 1 bis 1 ½ Stunden gesperrt. Die Verkehrsteilnehmer werden vorab durch die Medien informiert. Der Ärger durch unnütze Staus entfällt. Der Landwirt hat keinen Ärger. Unsere Einheimischen und Gäste freuen sich über den Anblick der schöngeschmückten Tiere. Die Almwirtschaft wird aufgewertet. Fazit: Eine Attraktion und kein Ärgernis!

 

Was in anderen alpenländischen Regionen im Allgäu, im Werdenfelser und Berchtesgadner Land, im benachbarten Tirol und in der Schweiz möglich ist, dürfte doch auch im bayerischen Oberland machbar sein.

 

Almleut´ und Tiere verdienen es nicht, beim Abtrieb sich durch dichte Verkehrsströme „durchwuzzln“ zu müssen. Wobei die beiderseitige Gefährdung noch das nächste Problem ist. Traditionen sollten bewahrt bleiben, aber Traditionen müssten sich auch an veränderte Gegebenheiten orientieren. Sie sollten mit der Zeit gehen, bevor sie der „gegangen“ werden. Das wäre in diesem Fall sehr schade.

 

Als Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins bitte ich Sie daher dringend (und das auch im Namen vieler, denen Kultur und Brauchtum eine Herzensangelegenheit ist), darauf hinzuwirken, dass bereits im nächsten Jahr eine Koordination der Almabtriebe möglich wird. Ein Versuch wäre es auf alle Fälle wert.

 

Mit den besten Wünschen für Sie und Ihre Arbeit für unsere Almbauern

Ihr Karl B. Kögl

 

Almabtriebe:So machen´s die anderen

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